Pressemitteilung vom 20. April 2016

20. April 2016 Pressemitteilung Nr. 12
Drittes Folgegespräch zwischen Politikern von Bürgerschaft und Bezirk der SPD und der Grünen mit dem „Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark“ und weiteren Initiativen
Am Montag den 18. April 2016 trafen sich zum dritten Mal Bürgerschafts- und Bezirksabgeordnete von SPD und Grünen mit den Initiativen für die Erhaltung der Hummelsbütteler Feldmark.
Erstmals legten die Politiker ein substantielles Angebot vor. Im Kern enthält es folgende Punkte:

• Auf die nördliche Bebauung am Wilden Moor wird verzichtet.
• Die Bebauung am Rehagen soll nahezu unverändert gebaut werden. Die Belegung wird angepasst. Geplant sind in einem ersten Abschnitt 196 Wohnungen für Flüchtlinge und in einem zweiten Abschnitt 182 reguläre Wohnungen.
• Es wird ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches Möglichkeiten für weiteren Wohnungsbau in der Feldmark prüft.

Erste Reaktion des „Vereins zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark“ : „Wir begrüssen, dass die Politik nun erkannt hat, dass mit der Fläche am Wilden Moor eine falsche Wahl getroffen wurde. Nachdem die Umweltverbände BUND und Nabu die Wahl aus ökologischer Sicht stark kritisiert hatten, die Architektenkammer die Lage der Baukörper als Ufos in der Landschaft bezeichnet hatten und wiederholt die fehlende soziale und verkehrliche Infrastruktur bemängelt wurde, hat die Politik nun Konsequenzen gezogen und verzichtet auf die Bebauung des nördlichen Teils der Hummelsbütteler Feldmark. Der Verein, dessen Mitglieder seit bekannt werden der Baupläne auf den Wert der Flächen und das mangelhaften Auswahlverfahren hingewiesen haben, begrüßt diesen Schritt ausdrücklich und geht erstmals mit dem Gefühl aus den Gesprächen, dass es einen ernsthaften Umdenkprozess gegenüber den ökologischen Ressourcen dieser Stadt gibt. Nun scheint es möglich zu sein, falsche Entscheidungen auch zu revidieren.“

Vereinsmitglied Jens Seyer: „Gut, dass sich die Politik von Bezirk und Stadt nun besinnt und die Wichtigkeit der Kaltluftentstehungsgebiete nicht weiter ignoriert.“

Die Bebauung am Rehagen und die geplante Prüfung des Landschaftsschutzgebietes für weiteren Wohnungsbau sieht der Verein kritisch. Die Planungen am Rehagen waren vor dem Angebot der Politik falsch und sind nach dem Montagabend sicher nicht richtiger. Die Prüfung der Umweltverträglichkeit kann hiermit noch nicht abgeschlossen sein. Der Verein wird sich den Kompromissvorschlag genau anschauen und in seinen Gremien beraten. Gemeinsam mit den Umweltverbänden und abgestimmt mit seinen Mitgliedern wird zu prüfen sein, ob auf der Basis des Eckpunktepapiers in weiteren konstruktiven Gesprächen ein Kompromiss gefunden werden kann.

Vorausschauend ist zu sagen, dass nach wie vor kein Beleg des Bezirkes vorliegt, der das Vorbringen fehlender Flächen für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge untermauert. Somit ist eine transparente Prüfung von Flächen für Wohnungsbau mit maximal 60 Wohneinheiten für Flüchtlinge an einem Ort weiter zu fordern, um den Gedanken der Integration in den Fokus zu rücken.