Pressemitteilung vom 01. Januar 2017

Pressemitteilung 17 – 1. Januar 2017

 

Am Sylvesternachmittag bewegte sich ein langer Zug von mehr als 120 Demonstranten schweigsam den Hummelsbütteler Müllberg hinauf. Auf der Bergkuppe hatten Dr. Dressel und Dr. Stoberock (beide SPD) zum „kleinen Gipfeltreffen“ mit Sekt und Berlinern geladen. Dabei hätten sie keinen geschmackloseren Ort für Ihren Jahresausklang wählen können. Von der Bergspitze hat man einen wunderbaren Blick über die unverbaute Klimaachse der Hummelsbütteler Feldmark. Das allerdings zum letzten Mal, denn auf Betreiben der Regierungskoalition wurde kurz vor Sylvester der Bauantrag für den Rehagen genehmigt, so dass pünktlich zum 2. Januar mit den Zerstörungsarbeiten begonnen werden kann. Auch das Baufeld „Wildes Moor“ ist von dort oben besten zu sehen. Die Demonstranten zeigten Ihre Empörung über die ausgelassen Stimmung der SPD Delegation. Deutlich machten sie, dass die Wortbrüchigkeit der SPD nicht akzeptiert wird. Der erste Bürgermeister hatte noch kurz vor den letzten Wahlen versichert, Klimaachsen als grüne Lungen Hamburgs von Bebauung freizuhalten und dieses auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Dres. Dressel und Stoberock wurden aufgefordert, die Bebauung unverzüglich zu stoppen und stadtplanerisch durchdachte Wohnbaulösungen außerhalb der für ganz Hamburg wichtigen Landschaftschutzgebiete zu schaffen. Auch waren die Demonstranten sehr erbost, dass die SPD, die in diversen Bürgerbegehren und in der Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“, zigtausendfach von den Wählern geforderte Freihaltung von Landschaftsschutzgebieten komplett ignoriert. Sabine Bartel, Vorstand Verein zur Erhaltung der Hummelsbütteler Feldmark, übergab nach einer Ansprache an Dr. Dressel den Forderungskatalog des Vereins. „Zerstören Sie nicht Hamburgs Klima, setzen Sie sich für die Erhaltung der Klimaleitbahnen ein und sorgen Sie damit für eine gesunde und lebenswerte Stadt.“ Sie sagte weiter: „Wohnbau ist wichtig. Dieser darf aber nicht die Lebensgrundlagen vernichten.“ Niels Hanßen vom Hamburger Landschafts– und Klimaschutzverband machte deutlich, dass der Senat über ein Sondergesetz gerade an vielen Orten in ökologisch und klimatisch bedeutsame und geschützte Gebiete eindringt und die damit verursachten Schäden nur lokal bewerte. Er forderte Dr. Dressel auf, alle Bauvorhaben und – planungen auf Klimaachsen unverzüglich zu stoppen und vor Weiterführung deren Auswirkungen gesamtheitlich auf das Stadtklima analog zum Klimawandelszenario 2050 zu prüfen. Die Kosten eines Baus gehen über die reinen Baukosten hinaus, wenn dieser direkt zur Verschlechterung der ohnehin schlechten Luftqualität und des Klimas der Stadt führt. „Es droht konkret die Zunahme von Atemwegs- und Kreislauferkrankungen. Kein Bürger kann die durch Versiegelung der Grünachsen zu erwartenden, negativen klimatischen Effekte wie z.B. Zunahme von Starkregen und Tornados sowie Temperaturanstieg in der Innenstadt akzeptieren. Diese Baupolitik schädigt das gesamte Hamburger Stadtgebiet“, macht Dr. med. Alexandra Fontaine, Vorstand des Vereins zur Erhaltung der Hummelsbütteler Feldmark deutlich. Der Verein fordert alle Hamburger auf, sich gegen diese zerstörerische Baupolitik des Senats zu wenden.