Alternativen für Wohnraum für Flüchtlinge

 

Die Stadt fordert den Bau von 5600 Wohnungen. 800 Wohnungen je Stadtteil sollen in Großsiedlungen mit bis zu 800 Wohneinheiten gebaut werden. Eine Durchmischung mit Hamburger Wohnungssuchenden ist nach dem geänderten Baurecht nicht möglich. Eine echte Bürgerbeteiligung findet nicht statt. Die Stadt nennt diese Vorgehensweise alternativlos, mit diesem Argument verschließt der Senat sich vor Vorschlägen jeder Art. Das Handeln von SPD und Grünen ist unmoralisch, denn es gibt sehr wohl Alternativen und es wäre die Pflicht des Senats diese Alternativen auszuarbeiten. Hier einige Denkanstöße.

  • Statt geballt Wohnraum auf wenigen großen Flächen zur Last weniger Stadtteile zu schaffen, sollte das Konzept der Kleinteiligkeit verfolgt werden. Um die Integration der Schutzsuchenden und lebenswerten Wohnraum zu fördern, sollten die Flüchtlinge gleichmäßig über die Stadt verteilt werden. Bei 104 Stadtteilen und 5600 zu bauenden Wohnungen, werden 54 Wohneinheiten pro Stadtteil benötigt. So kann die Stadt ökologisch und sozial verträglich bunter werden. Die neuen Bürger dieser Stadt werden eine Bereicherung. Wie bei der Projektgesellschaft für Olympia, muss auch hier eine Projektgesellschaft geschaffen werden, ausgestattet mit Personal und finanziellen Mitteln. Jeder jetzt nachhaltig investierte Euro, kann später bei der Lösung sozialer Probleme eingespart werden.
  • Laut einer kleinen Anfrage der CDU gibt es im Bezirk Wandsbek 1700 Flächen, die größer als ein Hektar und im Besitz der Stadt sind. Aus Personalmangel lehnen SPD und Grüne ab, diese Flächen für den Wohnungsbau für Flüchtlinge zu prüfen. Dafür muss jetzt Personal eingestellt werden, um langfristigen Schaden abzuwenden. Die Stadt muss alle öffentlichen Liegenschaften und die damit verbundenen Katasterpläne offenlegen. Nur so kann eine gerechte, sozial und ökologisch verträgliche Verteilung von Nachfolgeunterkünften im Sinne der Hamburger und im Sinne der Flüchtlinge erfolgreich sein.
  • In Hamburg gibt es 700.000m² leerstehende n Büroraum. Bei einer Wohnungsgröße von 75m² entspräche das 9333 Wohnungen. Schon ein kleiner Teil davon würde zur Entlastung beitragen. Während in verschiedenen Städten bereits Bürogebäude aus den 70er Jahren zu Wohnungen umgebaut wurden, gibt Hamburg vor noch in der Prüfung zu sein. Der Senat ist hier zu behäbig.
  • Es gibt zahlreiche Lösungen, wie anspruchsvolle, temporäre und qualitativ hochwertige Wohnungen geschaffen werden können. Die Leibnitz Universität in Hannover hat dazu viele Vorschläge gemacht. Diese beanspruchen wenig Baufläche, nutzen Restflächen in der Stadt und schaffen somit Lebensraum mitten in der Hamburger Gesellschaft. Keiner dieser Ansätze wird von der Stadt gefördert, um schnell zu helfen.
  • Fördermodell: Wie auch bei Sanierungen für energiesparende Wohngebäude, könnte die Stadt ein Fördermodell erstellen. Gefördert werden Besitzer von Privatgrundstücken, die bereit sind kleine Modulhäuser oder Modulanbauten auf ihre Grundstücke zu bauen. Als Förderung könnte eine Fördersumme, günstige Kredite für die die Stadt bürgt und eine Mietgarantie für 15-30 Jahre dienen. Als weitere unterstützende Maßnahme könnte das geänderte Bundesbaurecht dienen und eine Vereinfachung des Hamburger Baurechts. Dieser Vorschlag hat besonderen Charme, wird doch sehr kleinteiliger Wohnraum geschaffen mit Kontakt zu Land und Leuten, die Hamburger haben die Möglichkeit sich Kapital zu schaffen und die mittelständischen Betriebe profitieren von vielen kleinen Aufträgen. Bis jetzt sind keine Planungen des Senats in diese Richtung bekannt, obwohl es schon diverse Konzepte für kleine Modulhäuser gibt.
  • Da der Stadtstaat Hamburg mit seinen festen Grenzen nicht wachsen kann, muss im Wohnungsbau eine Kooperation mit den umliegenden Gemeinden forciert werden. Die Metropolregion Hamburg muss zusammenwachsen. Hierfür gab es auch schon Ansätze. Obwohl der Wohnungsmarkt deutlich entlastet werden könnte, arbeitet der Senat an diesem Thema nicht stark genug.
  • In Mecklenburg-Vorpommern stehen tausende Wohnungen leer. Mit der Landesregierung müsste Kontakt aufgenommen werden, um eine Nutzung dieser Wohnungen möglich zu machen. Natürlich müsste Hamburg dort seiner finanziellen Verpflichtung nachkommen und für die Versorgung und Betreuung aufkommen. Ggf. wären Gemeinden auch strukturell zu unterstützen, um Anreize zu schaffen. Mindestens um Zeit zu gewinnen, wäre dieser Vorschlag zu nutzen. Die gewonnene Zeit würde für einen gut geplanten, bürgerbeteiligten, sozial ausgewogenen und kulturell durchmischten Wohnungsbau genutzt werden können.
  • Die Stadt müsste eine Werbekampagne starten, in der privater Wohnraum für Schutzsuchende gesucht wird. So könnte ein Beitrag zur Linderung der Not geleistet werden. Soweit uns bekannt, hat die Stadt keine einzige Stelle geschaffen, die diese Suche fördert. Es gibt bisher nur spendenfinanzierte Projekte.
  • Zur Zeit stehen in Schleswig-Holstein ca. 7000 Betten in Erstaufnahmeeinrichtungen leer. Damit niemand menschenunwürdig in Zelten schlafen muss, müsste es eine bessere Koordination zur Verteilung zwischen den Bundesländern geben. Werden Betten in Schleswig Holstein genutzt, muss Hamburg natürlich die Kosten für Versorgung und Unterbringung übernehmen. Hamburg wird seiner Verantwortung hier nicht gerecht.