Die Hummelsbütteler Feldmark

…ist nicht nur eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft mit verschiedenen Naturschutzgebieten, die in Wechselbeziehung zueinander eine besondere Flora und Fauna ermöglichen. Als Landschaftsachse stellt sie auch einen Luftkorridor dar, der Frisch- und Kaltluft in die Innenstadt Hamburgs führt.

Landschaftsachsen gewährleisten ein gesundes Stadtklima

Bauwesen und Klima stehen in einer engen Beziehung. Hamburgs Innenstadt ist auf die Zufuhr von Frischluft aus dem Umland angewiesen. Eine der Frischluftzufuhren Hamburgs ist die Hummelsbütteler Feldmark. Hier entsteht auf Grünland- und Ackerflächen frische und saubere Kaltluft, die über die Alsterniederungen in Richtung Innenstadt strömt und so die Wohn- und Lebensqualität in den Stadtquartieren verbessert. Bebauungen oder gar geschlossene Siedlungskörper würden diesen Frisch- und Kaltluftzufluss verhindern. Daher steht die Hummelsbütteler Feldmark seit 1938 unter Landschaftsschutz.

Hamburgs Klimaszenario 2050 – die Feldmark als Katastrophenvorsorge

Der neue Klimaplan der Stadt sieht angesichts zu erwartender zunehmender Extreme (heiße Tage, Starkniederschläge, Stürme) den Erhalt von stadtklimatischen Ausgleichsräumen, von Landschaftsachsen und Kaltluftbahnen zur Sicherung des Luftaustausches vor. Schon heute ist die Temperatur in manchen deutschen Metropolen bis zu 10 Grad höher als im Umland. Angesichts des Klimawandels sieht der DWD eine an den Klimawandel angepasste Stadtplanung als Katastrophenvorsorge (u. a. „Innenverdichtung statt Außenverdichtung“). Für Hamburg essentiell ist dabei die Beibehaltung des seit 1950 im Landschaftsplan, zuletzt im Dezember 2015 im Klimaplan des Hamburger Senats verankerten Grundsatzes:

KEINE BEBAUUNG IN LANDSCHAFTSACHSEN!

Eine Zerstörung der Landschaftsachse Hummelsbütteler Feldmark wäre irreversibel. Ohne Rücksicht auf Gutachten, Studien und eigene Aussagen werden derzeit aber sowohl im Norden wie im Süden der Hummelsbütteler Feldmark Bebauungspläne vorangetrieben, die die Landschaftsachse zerstören und einer weiteren Bebauung der Feldmark Tür und Tor öffnen würden.

Weitere Info zur Klimaachse:

Nachhaltigkeit des Stadtklimas nach Klimawandel für die Stadt Hamburg

„Stadtklimatische Bestandsaufnahme und Bewertung für das Landschaftsprogramm

Klimaanalyse und Klimawandelszenario 2050“ v. Hamburg 2012

Auftraggeber: Freie und Hansestadt Hamburg

Inhalte des Gutachtens:

Zusammenfassung der Inhalte des Gutachtens

……. „Grundlage der Klimaanalyse bildet das Klimamodell FITNAH (Flow over Irregular Terrain with Natural and Anthropogenic Heat Souces). Ziel der Untersuchung war eine umfassende Bestandsaufnahme der klimatisch-lufthygenischen Situation im Stadtgebiet Hamburg und die Bewertung unterschiedlicher Nutzungen nach ihren klimatischen Funktionen und Wirkungen.

Teil 1:

…….„Aus den Grundlageninformationen über die Stadt, wie Topographie, Bebauung und Vegetation sowie Kenntnissen über atmosphärische Prozesse und lokalklimatischer Phänomene werden Aussagen über Wärmebelastung, Durchlüftung und Bioklima abgeleitet… …….Im Vordergrund der Betrachtung stehen der lokale nächtliche Kaltluftaustausch und die Sicherung und Verbesserung der damit in Zusammenhang stehenden relevanten städtischen Strukturen und Grünflächen.“

Teil 2:

„Hierfür wurde die zukünftige globale Erwärmung um 2° (Szenario A1B nach CLM), die Inanspruchnahme der FNP-Reserven für Bebauung und eine geringfügige Verdichtung angenommen.

……Die Anzahl der heißen Tage wird deutlich zunehmen und, vor allem für gesundheitlich empfindliche Bevölkerungsgruppen, wie alte Menschen und kleine Kinder, zu Belastungen führen.

Die Erhaltung und Verbesserung des Bioklimas, das die Lebensqualität in urbanen Räumen wesentlich beeinflusst, ist daher besonders wichtig. Zukünftig ist in den innerstädtischen Bereichen mit einer höheren sommerlichen Wärmebelastung zu rechnen als dies heute der Fall ist. Da sich voraussichtlich die Anzahl der Tage mit Hitzestress erhöhen wird, kommt der zukunftsorientierten räumlichen Planung zur Erhaltung bioklimatisch unbedenklicher Lebensbedingungen eine wichtige Rolle zu. Denn auch die weitere städtebauliche Entwicklung – selbst unter der Prämisse, dass hierbei klimafreundliche Bauweisen zum Einsatz kommen – trägt ihrerseits zu einer weiteren Erwärmung der Siedlungsgebiete bei, die sich durch die regionale Auswirkungen des Klimawandels in den nächsten Dekaden noch verschärfen wird.

Die höchsten bioklimatischen Belastungen treten dort auf, wo sich der Effekt der „Städtischen Wärmeinsel“ besonders gut ausprägen kann. Dabei handelt es sich um Siedlungsflächen, die besonders dicht überbaut sind, eine starke Versiegelung aufweisen und nur über wenige Grünflächen verfügen.

Gerade hier kommt der Vermeidung von Gesundheitsbelastungen, die insbesondere durch höhere Tages- und Nachttemperaturen ausgelöst werden können, und der Gewährleistung gesunder bioklimatischer Verhältnisse – auch unter den Bedingungen des Klimawandels – besondere Bedeutung zu.

Dieser Entwicklung kann bereits heute entgegengewirkt werden. Dabei spielen besonders die zahlreichen Grünflächen in der Stadt eine wichtige Rolle. Die Vegetation trägt zu einem angenehmen kühlen Klima bei und bewirkt die Abkühlung der bebauten Bereiche. Außerdem wirken Grünflächen und Landschaftsachsen als Durchlüftungskorridore, die die besonders nachts die Stadt günstig beeinflussen.“

Zitat aus der WUZ (Walddörfer Umweltzeitung) Nr. 99 – Dezember 2015

„Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erstmals die klimatischen Wechselbeziehungen zwischen der Stadt Hamburg, ihrem Umland und der Nähe zur Küste untersucht und ein Klimamodell entwickelt, dass auch die Stadtstruktur berücksichtigt.

Das Ergebnis überrascht nicht: es wird bis 2050 1,2 Grad wärmer in Hamburg – vor allem im Herbst und es gibt mehr Regen im Winter. Durch gezielte Stadtplanung kann sich die Hansestadt jedoch für Wetterextreme wappnen……

…….Hinzu kämen rasche Wechsel von meteorologischen Extremen wie Hitze, Trockenheit, Starkniederschlägen oder Frost, was Auswirkungen auf die Gesundheit der Städter hat und vor allem alte und junge Menschen betrifft. Als „kritisch“ wertete Becker „vor allem die annähernde Verdoppelung der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von über 30 Grad“. Die Niederschläge in Hamburg werden um etwa 40 Liter/Quadratmeter zunehmen. Am meisten Regen fällt im Winter, so Becker, die Sommer würdendagegen trockner. Gleichzeitig rechnet der DWD mit einem Anstieg gefährlicher und schadenintensiver Starkniederschläge auf etwa fünf Tage im Jahr……

……..“Die Klima-Simulation des DWD unterstreicht, dass wir unsere Stadt trotz der unerlässlichen Verdichtung klug und weitsichtig an die Veränderungen anpassen müssen“, sagt Hamburg Umweltsenator Jens Kerstan. „Wichtig sind insbesondere der Erhalt unserer Landschaftsachsen, Parkanlagen und Straßenbäume. Sie sind kein Luxus, denn Stadtbäume und Grünanlagen spenden Schatten und sorgen für kühlere Bereiche an heißen Tagen“……

…….Die Anpassung an den Klimawandel bedeutet Katastrophen-Vorsorge, so Kerstan. „Noch im Dezember werden wir den neuen Klimaplan verabschieden. Der Klimaplan enthält 14 Handlungsfelder aus verschiedenen Lebens- und Wirtschaftsbereichen und integriert zum ersten Mal Klimaschutzaktivitäten mit Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel“……

Ziele des Klimaplans:

Maßnahmen für klimabedeutsame Funktionen

Erhalt von stadtklimatischen Ausgleichsräumen

Landschaftsachsen – Kaltluftbahnen

Sicherung des Luftaustausches

Immusionsökologische Ausgleichsleistung für die Belastungsräume

Landschaftsprogramm Instrument für die Funktion Natur und Freiräumen

Entwicklungsziele: klimarelevante Aspekte der Naturhaushaltarten und Biotopschutz

Stadtplanung nach Klimawandel anpassen

Klimawandel erfordert gezielte Stadtplanung