1. März 2016 Pressemitteilung Nr. 4

Kooperation der Stadt mit City Science Lab der Hafencity Universität kann nur ein kleiner Baustein zur Lösung der Flüchtlingsunterbringung sein. Ein umfassendes Lösungskonzept ist es nicht.

Am 1. März 2016 gab der ersten Bürgermeister Olaf Scholz bekannt, dass die Hafencity Universität nun zur Unterkunftssuche für Flüchtlinge beitragen soll.

Der „Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark“ nimmt wie folgt zu dem Vorschlag Stellung:

Das Flächensuchtool kann ein Instrument sein, um endlich Transparenz in die Flächensuche und in die Abwägungsprozesse der Stadt zu bringen. Der Zeitpunkt ist allerdings sehr spät gewählt, eine Zusammenarbeit hätte schon im Herbst 2015 begonnen werden müssen. Somit hat der Senat wertvolle Zeit verloren, da das System frühestens im April 2016 an den Start gehen kann. Zeit, die die Stadt nutzt, um die Planungen an den Großsiedlungen voranzutreiben und Fakten zu schaffen.

Es gibt nach wie vor deutliche Kritik am Konzept der Senats, wie Vorstandsmitglied Steffen Haack ausführt: „Das Modell kann nur ein kleiner Beitrag zu den geforderten Unterkünften für Flüchtlinge sein. Es ist nicht ausreichend, lediglich nach Flächen zu suchen. Dieses kann nur ein Baustein unter vielen sein. Um eine kleinteilige Unterbringung in der Mitte der Gesellschaft zu erreichen, darf es nicht nur um die Suche nach Flächen gehen, es muss um die Suche nach Lösungen gehen. Je nach Struktur eines Stadtteils kann das ganz unterschiedlich aussehen. So können in manchen Stadtteilen unbebaute Flächen ein Beitrag sein, in anderen Aufstockungen von Gebäuden, aufgeständerte Überbauung von Gewerbeparkplätzen oder hochwertige Modulhäuser auf Privatgrundstücken. Eine Planungsgesellschaft muss  Förderkonzepte, bezogen auf den Bau von dauerhaften, dezentralen Flüchtlingsunterkünften erstellen, um soziale Brennpunkte zu verhindern. Um den Druck und die Not der Flüchtlinge zu mindern muss, temporär, selbstverständlich auch an Flächen für den regulären Wohnungsbau und an Gewerbeflächen gedacht werden. So kann man Zeit gewinnen, um auf anderen Flächen reguläre Bebauungspläne aufzustellen, um dort von Anfang an durchmischt zu bauen. “

Ziel muss es sein die Lösungssuche in die Stadtteile zu tragen, denn diese wissen am besten wo das Potential für Unterkünfte liegt. Das Verhalten des Senats zeigt, dass er, seit Beginn der Flüchtlingskrise, weder nach Alternativen gesucht hat, diese nicht gefördert hat und nicht ausreichend daran gearbeitet hat. Nach wie vor gibt es zu wenig Engagement hierfür. Es fehlt der politische Wille und ein nachhaltiges Konzept, für kleinteilige, dezentrale Unterkünfte verteilt über die ganze Stadt. Die Regierungsfraktionen dieser Stadt und allen voran Herr Scholz und Frau
Dr. Stapelfeldt spielen weiter auf Zeit, um Flächen für den sozialen Wohnungsbau zu generieren, die unter normalen Umständen jeder Diskussionsgrundlage entbehren. Nur ein sofortiger Planungsstopp für die Großsiedlungen wird alle Kräfte von Politik, Verwaltung und Gesellschaft bündeln, um an einer vorausschauenden Lösung zu arbeiten.

Weitere Informationen: www.feldmark.info

Kontakt: kontakt@feldmark.info / Tel. 0152 559 16 458

Vorstand:

Sabine Bartel, Dietmar Büchler, Gabriele Hofmeier, Steffen Haack, Klaus Neske, Christiane Wells

Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark (i.G.)