1. März 2016 Pressemitteilung Nr. 5

Ufos in der Hummelsbütteler Feldmark. Das Ergebnis eines dreitägigen Workshops der Architektenkammer Hamburg.

Am Freitag, den 4. März 2016 ging ein dreitägiger Workshop der hamburgischen Architektenkammer, zum Thema „Ankunftsstadt Hamburg – aber wie“ zu Ende. Drei Tage diskutierten Architekten und Stadtplaner darüber, wie menschenwürdige Unterbringungen für Flüchtlinge in Zeiten des starken Zustroms geschaffen werden können. Ein Augenmerk wurde in den Diskussionen auf die Möglichkeit gelegt, schnell Unterkünfte zu schaffen, welche stadtentwicklungstechnisch und für die Integration der Flüchtlinge Sinn machen.

Besonders beleuchtet wurde das Konzept des Senats in jedem Bezirk der Stadt je 800 Wohnungen in Großsiedlungen und in Expressbauweise zu errichten. Wie sind die Flächen unter Berücksichtigung von sozialem Umfeld, verkehrlicher Anbindung und zukünftiger Stadtentwicklung zu beurteilen? Jeder der von den Bezirken vorgeschlagenen Standorte wurde beurteilt und abgewogen. Unter allen Standorten gab es lediglich zwei Bauvorhaben, welche als gänzlich ungeeignet eingestuft wurden und die Beurteilung „Null Perspektive“ bekamen. Dieses waren beide Flächen in der Hummelsbütteler Feldmark, also die Fläche Rehagen und die Fläche Glashütter Landstraße/ Wildes Moor.

Das Hamburger Abendblatt schreibt hierzu: „Manche dieser Standorte, wie Am Rehagen und Glashütter Landstraße in der Hummelsbütteler Feldmark lägen aber wie „Ufos“ zu weit ab von der Stadt, kritisieren die Planer“.

Das Kriterium der Umweltverträglichkeit einer Bebauung von Flächen in der nördlichen Klimaachse Hamburgs wurde nicht eingehend behandelt, hätte das Ergebnis aber sicher weiter verschlechtert.

Nach dem BUND, Nabu und dem „Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark“ schließt sich nun also auch die Architektenkammer Hamburg der Meinung an, dass eine Bebauung der Hummelsbütteler Feldmark ökologisch, sozial und städteplanerisch ein Desaster wäre.

Die Architektenkammer schlägt zur schnellen Besserung der Unterkunftssituation der Schutzsuchenden vor, hochwertige Holzmodulbauten zu errichten. Diese könnten auf unzähligen kleinen Flächen der Stadt und auf Privatgrundstücken, verteilt über das ganze Stadtbild, gebaut werden. Standorte, welche sich nach drei Jahren etabliert haben, könnten erweitert und verfestigt werden.

Vorstandsmitglied Steffen Haack: „Die Einschätzung der Architekten und Stadtplaner deckt sich nahezu komplett mit den Forderungen unseres „Vereins zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark“. Wir hatten diese Einschätzung schon zu Beginn der Flüchtlingskrise und so haben Planer aus unseren Reihen für diesen Vorschlag bereits Konzepte erarbeitet, welche ausführungsreif vorliegen. Bündelt man Kräfte und Willen aller Beteiligten könnten in wenigen Monaten die ersten Module errichtet werden. Hierbei handelt es sich keineswegs um Provisorien, sondern um beständige Häuschen von hoher Qualität.“

Vorstandsmitglied Dietmar Büchler ergänzt: „Das nicht längst mit der Umsetzung von Lösungen, die eine gute Integration der Ankommenden ermöglichen, begonnen wird, hat nichts mit dem Fehlen von Alternativen zu tun, sondern nur mit fehlendem politischen Willen von SPD und Grünen.“

160307 Modulhauskonzept -Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark-

Weitere Informationen: www.feldmark.info

Kontakt: kontakt@feldmark.info / Tel. 0152 559 16 458

Vorstand:

Sabine Bartel, Dietmar Büchler, Gabriele Hofmeier, Steffen Haack, Klaus Neske, Christiane Wells

Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark (i.G.)